Der Verstand, Zentrum unseres persönlichen Universums
Spätestens mit der Aufklärung und dem Satz von René Descartes: „Ich denke, also bin ich!“, hat sich der Mensch vom Glauben abgewandt, sich als verbunden mit etwas Höherem, Umgreifenden zu erfahren. Der Verstand rückte in das Zentrum des Erlebens: sich, die Welt und selbst die Existenz des Universums aus dieser Perspektive zu betrachten und zu erforschen.
Der persönliche Wille ist jedoch begrenzt: Seine Energie bezieht er aus der Identifikation mit unserer Ich-Struktur, bestehenden Denk- und Handlungsmustern. Die Handlungsimpulse richten sich auf Bedürfnisse und Sehnsüchte, unerwünschte Aspekte unserer Persönlichkeit, die wir gerne verändern oder optimieren wollen. Aber auch auf Traumata sowie körperlich und emotional bewertete Aspekte, die wir ‚weghaben‘, heilen oder integrieren wollen.
Der Fokus ist auf den Verstand gerichtet, als ob wir Licht in einen Schatten bringen wollen, indem wir uns innerhalb des Schattens bewegen. Was erreichen wir mit einem derartigen Verhalten? Wir lernen die Landkarte unseres ‚Schattens‘ kennen: Wir werden uns der Ich-Struktur bewusst. Das ist ein erster Schritt und wunderbar, doch der Schatten unserer Gedanken wird nicht vergehen, nur weil wir uns besser verstehen!